Author Archives: Michael

Mein erstes Rendezvous nach so vielen Jahren!

MichaZAZMensch bin ich nervös. Ist das auch wirklich in Ordnung. Ich muss auf jeden Fall pünktlich sein.
Das sind die Gedanken, die mir gerade durch den Kopf schießen. Jetzt glaube ich es beinahe auch – die Midlife-Crisis hat mich voll erwischt.

Sogar meine Ehefrau bestätigt mich. Triff Dich ruhig mit ihr. Das ist eben so nach all den Jahren des Zusammenlebens. Kein Rosenkrieg – und das nach über zwanzig Ehejahren, zwei tollen gemeinsamen Kindern, den Hunden… Ich habe wirklich die beste Ehefrau von allen (frei nach Ephraim Kishon). Immer will sie nur das Beste für mich. Auch in dieser Situation. Als ich ihr gesagt habe, das mir diese Frau wirklich gut gefällt, wir hatten uns geschworen immer ehrlich miteinander sein, nahm sie es sehr gefasst und gelassen hin. Sogar als ich andeutete, mich mit Ihr treffen zu wollen. „Tu was du nicht lassen kannst“, war alles was sie dazu gesagt hat.

Hatte meine Frau das Interesse an mir verloren? War ich ihr nicht mehr wichtig? Von Eifersucht keine Spur? Ein ziemlich blödes Gefühl, wenn sich Deine Frau nicht mehr für dich interessiert. Oder war das alles etwa nur vorgetäuscht? Sehr clever meine Frau, aber darauf falle ich nicht rein.

Einige Tage später war es soweit, genügend Courage war gefasst. Ein guter Bekannter arrangierte das Date für mich. Ein wirklich seltsames Gefühl.
Und heute Abend ist es soweit. Um 18.00 Uhr fahre ich los, Fahrzeit 40 Minuten. Vereinbarte Uhrzeit des Zusammentreffens ist 20.00 Uhr. Lieber zu früh als zu spät kommen (gilt für Männer ausschließlich bei Terminen). Ich bin so gespannt, ob sie mich gleich erkennt. Eigentlich habe ich keinen Zweifel, natürlich wird Isabelle mich erkennen.
Am meisten freue ich mich auf ihre Stimme, ihren Rhythmus und ihr Temperament. Aber ich bin mir vollkommen sicher, wir werden uns gut verstehen – auch ohne Worte.
Sie spricht kein deutsch und ich kein französisch. Das ist nicht schlimm, die Voraussetzungen für ein super Date stimmen: sie kann toll singen und ich kann fantastisch zuhören.
Das wird ein toller Abend. Die restlichen 3.000 ZAZ-Fans haben keine Chance.
Denn ich weiss genau: Isabelle chante juste pour moi.

Wer bin ich ? Und warum eigentlich ???

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Ich bin weder besonders groß – noch kann man mich als eher klein bezeichnen. Wenn ich mich selber, sagen wir von Außen betrachte, würde ich mich als völlig normal und durchschnittlich bezeichnen.

Aber das stimmt nicht so ganz. Ich bin der Einzige von 2 Lebensformen auf dem human biologischen Sektor – der sich selbst zur Welt gebracht hat.
Am Tag meiner Geburt schien die Sonne vom Himmel und aus den Herzen der ganzen Menschheit. Die Gefühle in mir und um mich herum schlugen Wellen so hoch wie das Empire State Building.

Auch im Stadium meines Heranwachsens kamen die Emotionen nicht zu kurz. Ich hatte einfach eine tolle Kindheit. Am aller schönsten waren die Tage an denen mir ein liebes Lächeln gefolgt von zufriedenem Grunzen entgegengebracht wurde. Diese kleinen, unbedeutenden Dinge des Lebens erfüllten meinen Tag mit Freude und abgrundtiefer Zufriedenheit.

In meiner Umwelt hingegen ward ich oft missverstanden und erntete hier und da simples Unverständnis – und hinter meinem Rücken mit Sicherheit, den ein oder anderen Scheibenwischer.
Mir persönlich war und ist das völlig egal. Am liebsten tauschte ich mich mit meinesgleichen im eifrigen Wettbewerb der unendlichen verbalen Übertreibung aus. Wenn wir unter uns sind, meine Spezies und ich, habe wir eine so starke Bindung und ein kompaktes Selbstverständnis des Seins, das uns die anderen zu denen wir nie gehören werden, nicht mehr stören.

So wache ich jeden Morgen auf und bin froh das zu sein was ich eben bin. Interessant ist auch, das Lebensformen wie ich im Kindesalter mit Neid und Freude überschüttet werden, mit steigendem Alter aber eher Mitleid und Besorgnis erfahren.

Nun ja, ich finde das gehört zu meinem Leben wie die Namen, die ich bekomme. Auch diese ändern sich immer proportional angemessen zu meinem Alter. Heute bin ich – „Hey Alter“ oder der „Arsch“ der eh nix checkt – als Taxi OK aber…. – früher war ich der „Papa“ , der Größte und Beste – der alles kann.
Dabei bin ich doch nur der Vater einer Tochter – nicht mehr oder weniger.
Aber eins ist klar – früher oder später wird er wieder geboren
– der Papa – oder wie in Ihrem Fall – die Mama ! ;)

Das stille Band der gespürten Emotion

Heute möchte ich über etwas Schreiben, das man nicht sehen kann, das man auch nicht hören kann, das man nicht schmecken kann, das man nicht fühlen kann (körperlich gemeint) und das man auch nicht riechen kann. Pathetisch kann man es den siebten Sinn nennen, tue ich aber nicht. Es ist vielmehr ein Gespür oder besser eine Emotion.
Mein Anlass ist die Geschichte einer Spassfrau, die bekannt durch Fernsehen mit Witzigkeit Ihr Geld verdient.
Vor wenigen Wochen wurde diese Frau schwer krank, anscheinend viel zu langsam und notfallmäßig in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort ist die Frau jetzt immer noch und es geht ihr anscheinend nicht sehr gut, denn sie ist nicht ansprechbar.
Ich bekenne für mich selbst, das ich kein eingefleischter Fan von ihr bin. Eigentlich ging sie mir manchmal sogar tierisch auf den Wecker, den sie ist ein Verfechter der sehr lauten Witzigkeit. Seit ich von ihrer Notfallkrankheit im Radio hörte, läßt mich der Gedanke an ihrem Gesundheitszustand nicht mehr los. Irgendetwas hat mich emotional so getroffen, irgendetwas hat mich wie ein Band gefesselt und läßt mich seitdem gedanklich nicht mehr los.
Vor ein paar Tagen hat ihr Management nun die gesamte Tournee abgesagt.
In der Presse hieß es, das sie immer noch nicht ansprechbar sei. Das sind wirklich schlechte Nachrichten.
Aber vielleicht spricht ja doch – nur in anderer Form.
Wieso muss ich an sie denken ? Und wieso musste ich überhaupt nicht an sie denken als sie gesund war?
Ist das Empathie, die sich verstärkt hat durch meine eigene Erfahrung ?
Nein – das glaube ich nicht ! Natürlich sensibilisieren eigene Erfahrungen und verstärken einen inneren Zugang zu Gefühlen.
Ich bin dennoch der Meinung, dass es Dinge gibt, die man nicht fassen kann – das sind einfach Dinge – die du nur spüren oder auffühlen kannst.
So meine Bitte an dich lieber Leser – spüre in dich und schicke der Frau der Witzigkeit – eine heilenden Gedanken. Wie das geht merkst du beim machen.
Und dann können wir hoffen, das aus dem Unglück ein schlechter Witz wird, über den der minderjährige Sohn der Frau den Schleier eines schlechten Traumes legen kann.
Also laßt es uns versuchen, damit ich dieses Band der Emotion an die Frau der Witzigkeit wieder los werde. Danke.

Das HochZeitsTagGedicht

16 Jahre mußte ich dich jetzt ertragen,
und es gibt immer noch keine Klagen.
Wir liebten uns einst Nächte lang,
heute nicht mehr – aber dafür ziehen wir am selben Strang.
Zwei Kinder haben wir zusammen gekriegt,
auch hier hat unsere Liebe gesiegt.
Klasse sind die beiden geworden,
woanders kriegt man für viel weniger `nen Orden.
Und jetzt ist es 16 Jahre her,
und ich will auch noch mehr.
Und immer wieder fragst du mich – wieso und warum,
ich dich lieben würde – ich wär ja dumm.
Ich soll dir machen eine Liste – auf der geschieben steht,
warum einer wie ich, nicht geht.
16 Jahre ist die Liste lang,
mir wurde nie Angst und Bang.
Ich wußte immer ganz genau-
das du bist meine Frau – und meine Freundin bist du auch –
und das schwöre ich – bei meinen Bauch.
Listen der Liebe muss ich dir nicht schreiben –
denn ich werde für immer bei dir bleiben.

Für Dich – für die schönsten 16 Jahre meines Lebens.
In Liebe Michael

Die KäseFrau und ich

Es ist wieder einmal Donnerstag.
Meine Freundin hat eine schwere Operation hinter sich und kann leider nicht mitkommen. Ihr geht es aber wieder richtig gut – was sie hat – na irgend so einen Weiberkram halt. So richtig Lust habe ich eigentlich nicht, wenn die KäseFrau nicht wäre, ich glaube ich würde nicht gehen.

Das muß Man(n) ihr lassen, überzeugen kann sie, so wie jetzt. Ihre zarte Stimme fordert mich auf, ich solle mich fertig machen, wir müssten dann los.
Also dann mal los, was muss das muss, schließlich bin ich ja ein aktives Mitglied in dem Verein. Und die wollen ihre Aktiven ja auch aktiv sehen. Flink laufe ich zur Tür, die KäseFrau wartet schon auf mich, ein kurzes in den Raum geworfenes Tschüssi und schon sitzen wir im Auto.

Lange dauert die Fahrt nicht, ich denke so fünfzehn Minuten oder so. Jetzt sind wir da. Die Stimmung ist ganz gut. Ich schaue mal was die Kollegen so machen, und beginne mich warm zu machen. Noch mal schnell auf die Toilette und dann ist es schon soweit.
Die Trainerin ist heute gut drauf, immerhin hat sie schon zweimal gelächelt, vielleicht war es auch nur aus Mitleid. Egal jetzt nicht darüber nachdenken – jetzt bin ich dran.

Wir rennen los – die KäseFrau an meiner Seite – erst bekomme ich ein Stück – dann noch eines und so weiter…. Mmmmm dieser Käse schmeckt echt lecker. Nach nur 5 Minuten ist alles vorbei. Die Trainerin lobt uns und KäseFrau japst ein bisschen – aber sie sieht zufrieden aus.
Auch ich bin zufrieden, denn ich weiß in 15 Minuten geht der Käse-Weg von vorne los. Danach geht es wieder nach Hause. Zuviel von dem Sport ist ja auch ungesund, sagt man. Ich glaube ich lege mich dann noch ein bisschen hin, bevor ich schlafen gehe. Noch ein Küsschen für meine KäseFrau auch ein Schmatz für das Herrchen.

Ein schöner Tag wars – aber eigentlich habe ich immer schöne Tage – und das nicht nur weil ich ein KäseHund bin.